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„…und plötzlich taucht wie aus dem Nichts ein 356er Knickscheibe vor Dir auf und Du denkst es hat einen Knall gegeben und Du bist in den 50er Jahren gelandet. Weit und breit Nichts, was auf die Gegenwart hindeutet, kein Schild, kein Strommast…“

Porsche Fahrer wissen längst, dass es nicht egal ist, welches Auto man fährt. Doch der hohe Anspruch an den fahr- fühl- und hörbaren Untersatz spiegelt sich auch in der Wahl der Strecke wieder. Schließlich fährt man nicht überall hin, es müssen schon würdige Flecken auf Gottes Erdboden sein, die man beehrt. Die 3 Länder Rallye ist seit Jahren ein Geheimtipp für jene Porsche Fahrer, die eine herrliche Komposition genau solcher, würdiger Strecken suchen.

Der Start erfolgte auch 2009 wieder im steirischen Bad Mitterndorf, einer im Sommer etwas verschlafenen Gemeinde, die allerdings sehr malerisch mit Blick auf den Grimming (2351m) liegt. 39 Teams standen am Start und einige Teilnehmer ließen sich auch von über 700km Anreise (aus Ungarn) nicht abschrecken. Internationale Unterstützung bekamen die ungarischen Freunde von Porsche Teams aus Slowenien und Deutschland. Der eigentliche Start der Rallye erfolgte am Samstagmorgen. Zur Einstimmung gab es aber bereits am Freitagabend einen Prolog, der einem die Chance geben sollte, langsam vom Alltagsstress ins Wochenende zu gleiten.

Der Samstag war ganz der Rallye gewidmet, wobei unter einer Rallye im Rahmen von Porsche Clubs längst keine Speed-, sondern Präzisionsveranstaltungen gemeint sind. Es galt etliche Sonderprüfungen mit vorgegebenen Durchschnittsgeschwindigkeiten zu absolvieren, gemessen auf 1000stel Sekunden mit versteckten Lichtschranken, Passierkontrollen zu passieren, Etappenziele zu erreichen, aber vor allem Spaß zu haben! Spaß an einer Gemeinschaft Gleichgesinnter die ein bunt gemischtes Starterfeld durch die Landschaft bewegen. Die Modellpalette spannte sich über alle Dekaden der Porsche Geschichte, beginnend mit einem 356er „Knickscheibe“ aus dem Jahr 1954 bis hin zum aktuellen Porsche Panamera. Letzterer wurde von Lisa Strübl von Porsche Salzburg pilotiert und rundete mit Startnummer 39 das Feld ab. Ach ja, das Wetter? Eh klar: Kaiserwetter, 3 Tage Sonnenschein! Die Streckenführung erfolgte diese Jahr um das Tote Gebirge, also von Bad Mitterndorf nach Bad Aussee, Attersee und Traunsee zum Gmundnerberg, wo das umfangreiche Mittagessen bereits wartete. Diese Mittagspause wurde von einigen Teams mehr zur Interpretation des Roadbooks und zum Rechnen, als zur Nahrungsaufnahme genutzt. Nach der Mittagspause ging es auf der alten Eisentrasse über den Pyhrnpass Richtung Ennstal. Am Abend kehrte etwas Ruhe ein, da war die Rallye schon vorbei und der eine oder andere Fehler wurde analysiert. Für das Abendessen wurde das Mondi-Hotel am Grundlsee gewählt und die Anreise erfolgte mit dem Autobus, um Wein und Bier besser genießen zu können.

Am Sonntagvormittag war das traditionelle „Finale grande“ angesagt, die Loser-Bergprüfung! Zuvor wurde noch ausgiebig gemeinsam im Kurcafé Lewandowski in Bad Aussee gefrühstückt. Anschließend rollten alle gut gestärkt im lockeren Konvoi Richtung Loser. Der Loser (1838m) ist das Wahrzeichen des Ausseerlandes und bietet einen herrlichen Ausblick über den Altausseer See. Die Loser-Mautstrasse war für die Bergprüfung gesperrt. Dies schützte einen zwar nicht vor Radfahrern, aber zumindest konnte man davon ausgehen, dass einem in der einen oder anderen zart angeschnittenen Kehre kein Reisebus begegnet. In der urigen Hütte am Loser wurde dann zu Mittag gegessen und die Siegerehrung vollzogen.

 

Sieger sind, wie immer, alle die mitgefahren sind!

Ergebnisse:

Prolog
Loser
Gesamtwertung

Bericht: Gereon Pusch
Fotos: Dr. Gernot Dopplinger, Reinhold Prantl