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PCCA- West auf Weinreise vom 27. – 30. September 2012

Unser Präsident des PCCA, Josef Rosner, hatte die Mitglieder der Region West und den befreundeten Porsche Club Tirol zu einer ganz besonderen Ausfahrt eingeladen: zu einer viertägigen Weinreise durch das Weinviertel in Niederösterreich.

Donnerstag, 27.09.2012

Am Donnerstag, den 27.09.2012 war Anreisetag. Viele Mitglieder des PCCA West trafen sich bereits auf einer Autobahnraststätte kurz hinter Salzburg, um gemeinsam die Reise ins Weinviertel anzutreten. Die erste Station unserer Weinreise und Treffpunkt aller Teilnehmer war Dürnstein in der Wachau. Bei schönem Wetter konnten wir durch die historische Altstadt wandern und im Restaurant „Richard Löwenherz“ ein köstliches Mittagessen einnehmen.

Von dort ging die Fahrt weiter zum Stift Göttweig. Nach einer kurzen Besichtigung des Benediktinerklosters und der wunderbaren Stiftskirche stärkten wir uns bei Kaffee und Kuchen im Café des Klosters. Von hier aus kann man einen atemberaubenden Blick über die Donau nach Krems genießen.

Frisch gestärkt ging die Fahrt dann weiter über viele kleine idyllische Nebenstraßen zu unserem Hauptquartier für die nächsten Tage: nach Retz ins Hotel Althof. An Ausruhen war allerdings noch nicht zu denken. Wir konnten nur schnell die Zimmer beziehen, denn dann folgte schon der nächste Programmpunkt: In Retz steht die einzige funktionstüchtige Windmühle Österreichs auf einem Hügel über der Stadt. Und genau daneben lädt ein Weinlokal zum Heurigen ein.

Wir spazierten also vom Hotel hinauf zur Windmühle und wurden dort mit einem herrlichen Panoramablick über die Stadt Retz und Umgebung belohnt. Im Weinlokal waren für unsere Gesellschaft Tische reserviert und wir konnten hier den Tag bei vielen Gesprächen ausklingen lassen. Das „Klingen“ kann man ruhig wörtlich nehmen, denn es klangen ständig die Gläser. Es wurden uns hier ganz hervorragende Weine vom Weingut Bergmann serviert (Grüner Veltliner, Riesling, Sauvignon blanc, Sylvaner und Zweigelt), die alle natürlich ausgiebig verkostet werden mussten. Dazu gab es eine deftige Brettl-Jause. So ging nun der erste Tag unserer Ausfahrt zu Ende und die Gesellschaft begab sich in kleineren Gruppen wieder zurück ins Hotel Althof.

Freitag, 28.09.2012 (die gefahrene Route könnt Ihr hier ansehen)

Eine lange Nachtruhe war uns leider nicht vergönnt, denn bereits um 8:30 Uhr war die Abfahrt nach Langenlois angesetzt. Wir fuhren eine herrliche, ca. 60 km lange Route über Gars am Kamp und Schönberg am Kamp nach Langenlois. Dort besuchten wir die Weinerlebniswelt Loisium. Der New Yorker Architekt Steven Holl schuf hier eine Symbiose aus modernem Weinzentrum, integriertem Hotel, mystischer Kellerwelt und weitläufigen Weingärten. Eine kurzweilige Führung durch diese Kellerwelt von Langenlois mit sehr interessanten künstlerischen Installationen führte uns schließlich zu Eva Steininger. Die älteste Tochter der Winzerfamilie Steininger kredenzte uns die Winzersekte des Hauses. Das Besondere an diesen Sekten ist, dass hier jeder verwendete Wein unverschnitten und naturbelassen nach dem Champagner-Verfahren versektet wird. Ein ganz besonderer Genuss!

Im Anschluss durften wir auch noch den Produktionsbetrieb der Steiningers besichtigen. Wir erfuhren, wie Rot- oder Weißwein gepresst und vergoren wird, wie er gelagert, dann auf Flaschen gezogen und schließlich versandt wird.

Übervoll mit neuen Eindrücken gingen wir dann ins benachbarte Hotel zum Mittagsbuffet.

Weiter ging die Fahrt nun zum Weinkeller der Weinbauschule Krems. Hier trafen wir deren Direktor Mag. Dieter Faltl, der uns die Produktionsanlagen und den Weinkeller erklärte. Auch wurden wir wieder mit einem Glas Sekt erfrischt – einem herrlich prickelnden Frizzante rosé.

Ab hier übernahm der Herr Direktor mit seinem Team die Führung hinauf zu einem der Weinberge über der Stadt Krems. Im Konvoi fuhren wir mit unseren Porsche immer schmaler werdende Wirtschaftswege im Zickzack bergan. Den Weg zu diesem bezaubernden Aussichtspunkt am Wachtberg hätte wohl niemand ohne Führung gefunden. Hoch über der Stadt Krems hatten wir einen wunderbaren Blick über die Donau und auf das gegenüber liegende Stift Göttweig, das wir gestern besucht hatten. Hier oben war von der Schule bereits ein Tisch für uns gedeckt. Es gab frischen Sturm, diverse Weine aus eigenem Anbau und Traubensaft für die Autofahrer. Außerdem konnten wir nach Herzenslust frische Beeren vom Grünen Veltliner direkt von der Traube verkosten. Ganz besonders beeindruckend aber war die Begeisterung des „Personals“, allesamt Mitarbeiter der Weinbauschule, die alle Fragen mit Geduld und Sachverstand beantworteten. So erfuhren wir viele Details über den Weinbau, den Auf- und Niedergang der Reblaus und den Schulbetrieb. Hier wird nicht nur gelehrt, was auf dem Weinberg und im Weinkeller nötig ist, um einen guten Wein zu produzieren, sondern auch Buchhaltung, Marketing und Fremdsprachen. So ist ein Absolvent dann in der Lage, einen eigenen Betrieb erfolgreich zu führen. Nach einem Blick auf die Uhr mahnte dann Josef zum Aufbruch, denn wir hatten die gesetzte Zeit schon längst wieder überschritten. An dieser Stelle aber einen ganz herzlichen Dank an Herrn Direktor Mag. Faltl und sein Team für diesen herrlichen und informativen Nachmittag!

Für die Rückfahrt nach Retz nahmen wir nun eine andere Route durchs Straßertal mit seinen schönen Weingärten. Fast eine Stunde später als geplant, erreichten wir den Hauptplatz in Retz, wo wir vor dem historischen Rathaus unsere Autos aufstellen durften. Gerade an diesem Tag nämlich wurde das traditionelle Retzer Weinlesefest eröffnet und unsere Fahrzeugparade war eine willkommene touristische Attraktion. Nach einigen Ansprachen der Honoratioren und Interviews mit PCCA Teilnehmern wurde das Fest durch das Aufziehen des Heurigenbuschens am Hauptplatz und mit Salutschüssen der Festtagsschützen aus Wals (Salzburg) eröffnet. Danach begann der Gratisausschank des „Heurigen“ 2012, musikalisch untermalt vom „Windmühlenecho Retz“, den wir alle ohne schlechtes Gewissen genießen konnten, musste doch heute niemand mehr Auto fahren.

Aber noch war das Tagesprogramm nicht zu Ende. Gegen 19:15 Uhr trafen wir uns wieder zur Führung – diesmal unter Retz in den „Erlebniskeller“. Wir erfuhren, dass die Stadt Retz den größten Weinkeller Österreichs besitzt, dessen älteste Teile über 800 Jahre alt sind. Das gesamte Netz an Kellern unter der Stadt ist länger, als die heutigen oberirdischen Verkehrswege – mehr als 20 km. Das geht auf ein Privileg von Kaiser Friedrich III. zurück, der 1458 allen Bürgern der Stadt erlaubte, mit Wein zu handeln. So hat dann jeder unter seinem Haus angefangen, Weinkeller anzulegen, die dann oft mit den Kellern der Nachbarn zusammentrafen und heute ein Labyrinth an Gängen bildet. Neben der Führung durch die Weinkeller erfuhren wir auch Vieles über die wechselvolle Geschichte der Stadt, bis wir dann am Ende über 80 Stufen wieder an die Oberfläche fanden – genau bei unserem Hotel Althof.

Völlig geschafft von den vielen Eindrücken des Tages schleppten wir uns dann ins Retzer „Weinschlössl“ zum Abendessen, wo wir uns bei gutem Essen und ebensolchem Wein rasch wieder erholten.

Samstag, 29.09.2012 (die gefahrene Route könnt Ihr hier ansehen)

Gegen 9:00 Uhr am Samstag starteten wir zu unserer zweiten Ausfahrt – diesmal ging‘s zunächst über Gnadendorf und Michelstetten 75km auf kleinen, wenig befahrenen Nebenstraßen, nach Poysdorf. Dort wurden wir beim dortigen Oldtimermuseum von Obmann Manfred Parisch und seiner Gattin Hannelore erwartet. Zahlreiche Ausstellungsstücke zum Thema Auto, Motorrad, Traktor, Standmotor, bis hin zu einem, in der Region entwickelten Tragschrauber, viele Details und eine sehr gemütliche Atmosphäre ließen den Besuch zu einem Erlebnis werden. Doch viel Zeit zum Verweilen hatten wir nicht. Denn der Oldtimerclub Poysdorf hat noch mehr zu bieten: das Traktorwandern. Der Club bietet 16 historische Traktoren an, die unter der Führung fachkundiger Instruktoren von Laien wie uns gefahren werden dürfen. Schnell fanden sich die 16 Piloten samt Beifahrern und ließen sich in der Funktionsweise der Traktoren unterweisen. Der Rest unserer Gesellschaft fand Platz auf einem Anhänger. Schon bald setzte sich der Konvoi in Bewegung. Was für ein herrliches Gefühl, ohne Hektik, ganz geruhsam durch die schöne Landschaft zu zuckeln – die Entdeckung der Langsamkeit! Wir durften diesen Genuss etwa eine Dreiviertelstunde auskosten, dann konnten die Traktoren ausruhen. Und wir, schon hungrig von der frischen Luft, konnten Schweinsbraten mit Knödel und Kraut nebst obligatorischem Wein der Region zum Mittagessen genießen. Danach machten wir noch einen Sparziergang die romantische Kellergasse hinunter.

Dann hieß es wieder aufsitzen und wir fuhren zum nächsten Programmpunkt: zum „Nonseum“ in Herrnbaumgarten vom „Verein zur Verwertung von Gedankenüberschüssen“. Was hier geboten wird, ist wirklich einzigartig: Eine unübersehbare Anzahl an Erfindungen, die niemand wirklich braucht, bis hin zu reinem Nonsens, der einem das Schmunzeln im Gesicht festfrieren lässt. Wer nicht mehr herumlaufen mag, kann sich auch ins dortige Kino setzen und sich vom unvergleichlichen Otto Grünmandl in seiner Nonsens-Inventur die Pretiosen der Ausstellung vorführen lassen – ein herrlicher Spaß, den sich niemand entgehen lassen sollte, der in die Region kommt!

Nach einer kurzen Rast mit Kaffee – und, na klar – Wein, starteten wir wieder unsere „Boliden“ und tuckerten zurück nach Poysdorf. Dort stiegen wir wieder um in unsere PS-stärkeren Gefährte und machten uns auf den Heimweg nach Retz. Diesmal führte uns die Route über Falkenstein und Laa an der Thaya zurück nach Retz.

Wiedermal eine Stunde später als geplant, starteten wir zu unserer Abendwanderung, die uns nach ca. 40 Minuten durch Retz zum Landesweingut Altenberg brachte. Hier begrüßte uns Kellermeister Leopold Wurst mit seinen reizenden Töchtern zur Weindegustation und einem „Hauer-Buffet“.

Bei reichlich köstlichen Wurst-, Schinken- und Käseschmankerln kredenzte uns Herr Wurst die Fülle der Altenberger Weine. Ich muss leider zugeben, dass ich mich an die Anzahl und Reihenfolge der gebotenen Köstlichkeiten nur noch schemenhaft erinnere. Zu viele waren es in zu kurzer Zeit – und jedes mal reichlich – sodass ich mich nur noch dunkel daran erinnern kann, dass wir einen herrlichen und lustigen Abend verbrachten und wohl auch irgendwie den Heimweg zum Hotel wieder gefunden haben.

Sonntag, 30.09.2012 (die gefahrene Route könnt Ihr hier ansehen)

Für den Sonntag hatte sich Josef noch etwas ganz Besonderes überlegt: Die Freunde vom PCCA Ost machten sich auf zur Sternfahrt nach Retz, wo sie dann unsere Gesellschaft bereicherten. Nach vielen Begrüßungen alter Freunde und Bekannter machte sich der Tross dann gegen 9:30 Uhr auf.

Zunächst besuchten wir Kellermeister Herrn Wurst an seiner Arbeitsstätte – dem Landesweingut Retz. Hier wird neben der reinen Weinproduktion vor allem Forschung betrieben. In kleinen 30l Ballonen werden unterschiedliche Wein- und Hefesorten bei unterschiedlichen Temperaturprofilen getestet (Mikrovinifikation genannt). Auch werden neue Kreuzungen gepflanzt, um Weinsorten zu finden, die besser gegen Witterungseinflüsse und Schädlinge gewappnet sind.

Im Anschluss an die Führung durch den Weinkeller gab es noch Gelegenheit, den Wein, den wir am Abend vorher so umfangreich verkostet hatten, zu kaufen, um auch zuhause noch ein wenig dieser Weinreise nachschmecken zu können.

Um 10:45 Uhr setzten wir uns wieder in Bewegung zum letzten Programmpunkt unserer ereignisreichen Ausfahrt. Wir fuhren über den Buschberg nach Mistelbach, weiter über Falkenstein nach Wildendürnbach auf den Galgenberg. Dieser 256m hoch gelegene Aussichtspunkt mit seinen 184 Presshäusern und Weinkellern ist in seiner Art eine ganz besondere Sehenswürdigkeit. Zur Musik von 8 Waldhörnen wurden wir zu einem Weinviertler Mittagsbrunch geladen – es gab eine köstliche Kürbiscremesuppe, Weinbeuschel, Tafelspitz und diversen Nachtisch. Das Ganze fand statt unter einem strahlend blauen Himmel und traumhafter Aussicht.

Schöner hätte diese Weinreise gar nicht enden können. Nach und nach machten sich die Gruppen wieder auf den Heimweg – je nachdem, wie weit sie noch zu fahren hatten.

Lieber Josef, Du hast uns mit Deinem prall gefüllten Programm unvergessliche Tage bereitet. Vielen Dank für die aufwändige Planung mit so vielen Highlights und interessanten Persönlichkeiten, die wir kennenlernen durften. Wir haben eine Menge gelernt über die Geschichte des Weinviertels, die Weinherstellung aber auch über den Genuss, den guter Wein bieten kann.

Herzlichen Dank und vergelt's Gott!

Hiu