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Bilder Teil 2

Ziel unserer heurigen Kulturausfahrt war das Schloss Grafenegg am südlichen Rand des Waldviertels mit seinem international bekannten Sommer Festival.

Zum ersten Sammelpunkt in der Waldschenke Staar in Hainbuch kamen die aus dem Grazer Raum angereisten zu spät: der Baum, der die Straße von Mauerbach kurz vor der Waldschenke versperrte, war zum Glück kurz vor uns umgestürzt. Da hieß es warten bis die Feuerwehr das Hindernis beseitigte oder den Umweg über das Tullnerfeld zu nehmen.

Schließlich fanden wir doch alle zusammen und nach dem Imbiss ging es im Finstern über die ehemalige Bergrennstrecke Exelberg und die Dopplerhütte zu unserem Quartier im Weingut der Familie Leopold, einem Familienbetrieb seit 1673, in Schönberg-Neustift. Mit Grünem Veltliner beendeten wir den ersten Tag.

Am nächsten Morgen stieß eine Abordnung der „PCCA-Zentrale“ zu uns. PCCA Präsident Paul Danzinger mit seiner frisch angetrauten Iva, Finanzvorstand Heinz Toplak mit Ehefrau Dagmar und Generalsekretär-Vize Wolfgang Nigischer, der wesentlich bei der Organisation vor Ort unterstützte, gaben uns die Ehre.

Nach dem Frühstück starteten wir ins nahe gelegene Schiltern zu einem Besuch der Arche Noah, einer Gesellschaft für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt und ihre Entwicklung. Dort bekamen wir eine eindrucksvolle Einführung in die Welt alter Pflanzensorten und deren Erhaltung. Arche Noah betreibt eine Kultursamenbank aus der regelmäßig Samen sortenrein, zum Teil in Quarantäne, zur Vermehrung gebracht werden, um das Erbgut zu erhalten.

Anschließend kurvten wir über einsame Wald- und Feldstraßen nach Rosenburg, einem hoch auf einem mächtigen Felsen über dem Kamptal gelegenen Renaissanceschloss, wo uns eine sensationelle Greifvogelschau erwartete. Dort wird die Falknerei noch gelebt! Der Falkenhof ist schon seit Jahren um den Erhalt dieser uralten Tradition bemüht, und wir durften die Flugkünste dieser majestätischen Vögel hautnah erleben.

Nach einer freien Schlossbesichtigung ging es zur Mittagspause in das Gasthaus Mann. Alt-Bundespräsident Dr. Rudolf Kirchschläger wohnte schräg über der Straße und war dort regelmäßig zu Gast. Wir wissen jetzt um die erstklassige Küche dieses Gasthofs.

Unsere nächste Station war Alt-Neunagelberg. Über romantische Landstraßen, vorbei an Stift Altenburg und dem Truppenübungsplatz Allensteig, führte uns Wolfgang Nigischer zur Glaskunst-Hütte Apfelthaler. Die ehemalige Fabrik Stölzle Glas erwartete uns mit einem Park aus eindrucksvollen Kunstwerken und in der Glashütte konnten wir uns von der Kunstfertigkeit der Glasbläser überzeugen. Der Senior-Chef führte uns durch das größte private Glasmuseum Österreichs. Wir erhielten einen Einblick in die Geschichte des Glashandwerks und konnten originale Kirchenfenster, Glasstürze, bemalte Biedermeier-Gläser und andere Kuriositäten bewundern, wie die größte Sektflöte mit 90 Liter Inhalt, ein Weltrekord.

Nach intensiver Kunst, Kultur und Natur fehlte noch etwas Automobiles in unserem Programm.

Und so ergab es sich perfekt, dass sich wenige Kilometer nördlich der tschechischen Grenze in Nova-Bystrice ein Automobilmuseum befindet, mit Schwerpunk amerikanische Fahrzeuge, auch aus der Vorkriegszeit, Also, mussten wir dorthin, ohne Grenzkontrolle aber mit eigeschaltetem Abblendlicht.

Die wenigen Räume einer alten Industriehalle bieten einen Spaziergang durch die Automobilgeschichte. Das Museum in Nova Bystrice bietet eine Zeitreise, einen Rückblick auf die Vergangenheit mit dem Ziel, den gewaltigen Sprung, den die Menschheit in diesem Sektor in den letzten hundert Jahren gemacht hat, einzufangen. Eine umfangreiche Fotodokumentation und zahlreiche Explosions- und Schnittmodelle von Motoren und anderen Automobilkomponenten ergänzen den Abriss der Geschichte des Automobils.

Auf der Rückfahrt nach Schönberg-Neustift fuhren wir durch Eisgarn, den Schauplatz vom Kultfilm „Braunschlag“, ehe wir einen letzten Halt an der Staumauer des Ottensteiner Stausees einlegten. Wir spazierten auf der Mauerkrone und blickten 70m in die Tiefe. Wenn das 1956 fertiggestellte und bis Zwettl reichende Stauwerk vollgefüllt ist, fasst es 73 Millionen Kubikmeter, das entspricht einem Würfel mit der Seitenlänge von 416 Meter.

Nach Erich Kästner genügt(e) genügt zum Vergleich ein Würfel mit der Seitenlänge von 1000 Meter, um die gesamte Menschheit aufzunehmen. Im Maschinenhaus sind vier Francis-Turbinen mit einer Nennleistung von je 12 MW installiert. Der Nenndurchfluss beträgt insgesamt 100 m³/s.

Über romantische Nebenstraßen des Waldviertels kehrten wir in der Abenddämmerung zum Weingut Leopold zurück, wo uns eine zünftige Jause mit Weinkost und Kellerführung erwartete. Besonders freute uns, zu diesem geselligen Abend Josef Schiedlbauer, Porsche-Markenleiter von Porsche St. Pölten, und Reinhard Funke willkommen zu heißen. Es wurde spät, aber zum Glück wohnten wir ja im Haus.

Am Sonntag starteten wir zum kulturellen Höhepunkt in das Schloss Grafenegg. In der Matinee im Rahmen des Grafeneggers Sommerfestivals gab das Hagen Quartett Kammermusik von Beethoven, Webern und Schubert zum Besten. Nach Standing Ovations und einigen Zugaben folgte der kulinarische Höhepunkt.

Unmittelbar neben dem Konzertsaal betreibt Toni Mörwald das Restaurant in der Schlosstaverne. Mit Sekt am Eingang begrüßt konnten wir einen exzellenten Matineelunch samt erlesenen Getränken genießen.

Zum Abschluss unserer Ausfahrt luden uns Reinhard Funke und seine charmante Partnerin Sylvia zu sich nach Hause nach Zöbing ein. Dort gab es Porsche, Kaffee und Kuchen. Reinhard zeigte uns einige Prunkstücke seiner Sammlung und erzählte, wie er dazu kam und was er noch so alles vorhat.

Die Zeit verging sehr schnell, es war eine wunderbare Zeit mit Freunden, wir haben das „Fahren in seiner schönsten Form“ genossen, vor uns lagen noch 250 km Heimfahrt. Herzlichen Dank an alle Teilnehmer, besonders Wolfgang Nigischer und die Familie Leopold, die uns perfekt betreute.

Dr. Franz Kampelmühler, PCCA Süd/Ost
 

Factbox

Event:                   Dreitagesfahrt mit 2 Übernachtungen in Schönberg am Kamp

Teilnehmer:        7 Porsche Teams

Highlights:           780 km mit allem, was man zum Leben braucht

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