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Bilder Teil 2

Gmünd gilt als die Wiege der Sportwagen, die den Namen PORSCHE tragen. Ferry Porsche, Sohn des genialen Konstrukteurs Ferdinand Porsche, hatte die Vision eines intelligenten und effizienten Sportwagens, wie er ihn damals nirgendwo fand. Also machte er ihn mit Hilfe einer eingeschworenen Truppe von 150 Getreuen, die in den Wirren des 2. Weltkrieges 1944 von Stuttgart in ein ehemaliges Sägewerk nach Gmünd in Kärnten zogen, um in geschütztem Rahmen ihren Konstruktionsarbeiten nachzugehen.

Nach Ende des Krieges aber waren die Aufträge rar und die Porsche KG hielt sich unter anderem mit dem Bau von Seilwinden und Traktoren über Wasser. 1947 entwickelte Ferry Porsche erste Ideen zum Bau eines Sportwagens auf Käfer-Basis.  Abgeleitet von dem kurz vor dem Krieg gebauten Berlin-Rom-Wagen entstand der 1. PORSCHE mit der Fahrgestellnummer 356.001 in Gmünd. Ein Roadster mit Mittelmotor, Stahlgitterrohrrahmen und Aluminium-Aufbau. Die Straßenzulassung erfolgte am 8. Juni 1948. Dieser Wagen entsprach Ferry Porsches Vorstellungen: Er war schnell, leicht und klein und mit Eigenschaften, einen großen Wagen hinter sich lassen zu können. Noch vor Beginn der „Serienfertigung“ in der 2. Jahreshälfte von 1948, errang das Fahrzeug bei einem Bergrennen den Klassensieg.

Die in Serie gegangene 2. Generation hatte noch immer eine Aluminium-Karosserie, aber den Motor im Heck.  Im Frühjahr 1949 wurden die als Coupé und Cabriolet gebauten PORSCHE 356 der breiten Öffentlichkeit beim bedeutenden Genfer Automobilsalon vorgestellt.

Bis zu seinem Produktionsende wurde der Typ 356 über 75.000 mal gebaut, davon fast 20.000 mal in offener Bauweise.

70 Jahre nach diesen denkwürdigen Ereignissen hat der PORSCHE Classic Club Austria seine Mitglieder sowie Mitarbeiter und Freunde der Marke zu einer Sternfahrt nach Gmünd eingeladen.

20 Teams mit klassischen PORSCHEs aus Deutschland und Österreich folgten der Einladung. Darunter auch Alt-AUDI Sport Chef Dr. Wolfgang Ullrich, Klaus Capellari, Vizepräsident vom PC Graz und Rainer List, Senior der Veranstaltung und ehemals Leiter der PORSCHE Motormechanikentwicklung unter Paul Hensler. Von der PORSCHE Betriebssportgruppe „Freunde luftgekühlter Boxermotoren“ aus Weissach kamen 10 Teams.

Nach dem Eintreffen der Fahrzeuge am Hotel Alexanderhof in Millstatt, die Bandbreite reichte vom perfekt restauriertem 356A Cabrio bis zum GT3RS, begrüßte uns der Vizebürgermeister von Millstatt, Herr Albert Burgstaller, zum Apéritif. Dem folgte vom Küchenteam des Hotels zubereiteten hervorragendes Buffet, das Gelegenheit zum Kennenlernen und Führen interessanter Gespräche bot.

Der Abend war lau und so verlagerte sich das Geschehen ins Freie, dabei konnten wir auch die totale Mondfinsternis beobachten. Es war schon Samstag, als der Harte Kern das letzte Glas abgab.

Am Samstag ging es nach einem Zwischenstopp zum Tanken in Bad Kleinkirchheim auf die Nockalmstraße. Das Wetter war traumhaft und das Fahren auf der kurvigen Bergstraße machte allen großen Spaß.

 

12km nach der Mautstelle erreichten wir die Glockenhütte in 2.024m Seehöhe. Hier machten wir kurz Pause und einige nutzten die Gelegenheit zum Besuch der Wunschglocke. Stößt man die Glocke an und flüstert einen Wunsch darf man auf die Erfüllung hoffen. Leider war für unseren Clubkollegen Ernst Kern die Fahrt an der Glockenhütte zu Ende. Sein wassergekühlter 911er warf Wasser.

Weiter ging es dann zur Zechneralm. Auch dort machten wir eine kurze Pause. Dort gab es eine Landwirtschaftsausstellung und einen Bauernmarkt zu besuchen.

Von dort fuhren wir weiter über traumhafte Straßen nach Innerkrems. Der weitere Verlauf nach Schönfeld war ziemlich rustikal, aber wir waren froh, dass sie nach einem Bergrutsch erst wenige Tage wieder befahren werden durfte. Weiter fuhren wir in einem malerischen Hochtal bis wir vor Thomatal das Murtal erreichten.

Bei Predlitz bogen wir zur Turracher Höhe ab wo wir am Turracher See im Hotel Kornock zu Mittag aßen.

Zurück zum Millstätter See fuhren wir über Gnesau, Arrach (geografischer Mittelpunkt von Kärnten), dem Afritz- und Feldsee.

Nach einer kurzen Ruhepause im Hotel brachten und Shuttle-Busse zum Strandbistro Pesenthein. Einige Freunde nutzen die Gelegenheit zum Baden im Millstätter See. Danach wurden wir mit einem köstlichem Grillbuffet verwöhnt.

 Im Verlauf des Essens zogen dunkle Wolken auf und es begann sintflutartig zu regnen. Dazu blies der Wind, dass der Regen fast waagrecht kam. Zum Glück saßen wir unter Dach und im Windschatten des Lokals.

Schließlich legte sich das Unwetter und der Abend klang harmonisch aus.

Am nächsten Morgen beluden wir nach dem Frühstück unsere Autos und machten uns auf den Weg über die Alte Bundesstraße nach Gmünd. Unser Ziel war das Porsche Automuseum unseres Ehrenmitgliedes Helmut Pfeifhofer. Familie Pfeifhofer erwartete uns schon und nach der Begrüßung durch den Senior führte uns Sohn Christoph durch das Museum mit seinen eindrucksvollen Exponaten.

Nach dem Museum führte uns Christoph Pfeifhofer zur Geburtsstätte des 356.001. Vom alten PORSCHE Werk ist noch das Konstruktionsbüro mit dem Pförtnerhaus übrig, das von der Familie Pfeifhofer liebevoll restauriert wurde. Der Schreibtisch von Ferry Porsche, alte Konstruktionspläne, Organigramme und der Einzelgenehmigungsbescheid von 356.001 versetzten uns in die Zeit von vor 70 Jahren. Es war sehr reizvoll und spannend, in die Geschichte mit so vielen PORSCHE Insidern gemeinsam einzutauchen.

Was aus dem 356 im Laufe der Zeit wurde zeigt die Gegenüberstellung von 356 und GT3RS vor der Geburtsstätte. Die Grundprinzipien sind seit 70 Jahren unverändert: Heckmotor, Leichtbau und überlegene Fahrleistungen bedeuten damals wie heute: Fahren in seiner schönsten Form.

Zum Abschluss der Veranstaltung trafen wir uns im Gasthof Prunner zum Mittagessen. Bevor wir unsere Heimreise antraten bekamen wir noch ein kleines Abschiedsgeschenk von unserem Millstätter Mitglied Hubert Steindl, der mir ganz wesentlich bei der Organisation geholfen hat. Herzlichen Dank dafür!

Es waren wunderbare Tage unter PORSCHE Freunden und wir haben vor, einander bei passender Gelegenheit wieder zu treffen.

Dr. Franz Kampelmühler, PCCA

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