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2. Lauf zum AlpenPokal am 30. April 2005 Salzburgring

Salzburg und kein Regen?

Ja, liebe Alpenpokalisten und Freunde des gepflegten Porsche-Sports, es war wirklich ein kleines Wunder – nachdem sich im vergangenen Jahr die gesamte Yokohama Truppe um Sabine Radda und Roland Dorfner nahezu überschlug, um allen die notwendigen Regenreifen zu montieren, war am vergangenen Rennsamstag zum zweiten Lauf der Saison alles eitel Sonnenschein.
Bei frühlingshaften Morgentemperaturen eröffnete der Präsident des PC Berchtesgaden Gerd Böhmer mit kurzen Worten den Renntag und übergab sogleich an unseren Rennleiter Joe Elsensohn, der die 79 (!) angereisten Freaks in seiner unnachahmlich liebenswürdigen Art über die Besonderheiten des Salzburg-Rings aufklärte und sodann das freie Fahren eröffnete.

Einer nutzte diese Möglichkeit der letzten Abstimmung ganz besonders intensiv aus, nämlich der regierende Alpenpokal Gesamtsieger aus dem Vorjahr Jörg Peham, denn er kam mit einem nigel-nagel-neuen Motor im Heck seines Boliden nach Salzburg und musste diesen erst „einfahren“ (so nennt der Experte das Herantasten an die maximale Leistung seiner Rennmaschine), was aber dank seiner hervorragenden Technikmannschaft überhaupt kein Problem war.

Alles Neu macht der April

Viel Neues gab es zu sehen und zu hören, unter anderem ist Dominic Neumayer „nur“ mehr Teamchef und übergab seinen Boliden in die Hände von Bernhard Fischer, der mit dem neuen Design an seinem GT3 vor allem unserem „SpoKo“ Gerald Poschauko eine Riesenfreude machte – dezent aber doch flott – das gefällt einem (mittlerweile) echten Salzburger offenbar.
Weiters war auch Martin Konrad (Rookie of the Race 2004) in einem neuen Gefährt zu bewundern, er nennt nun einen tollen Klasse 5S Boliden sein Eigen und wird damit den Rest der Saison mit dabei sein.
Werner Hösel vom PH-Racing-Team wollte auch mit seinem neu aufgebauten Arbeitstier live bei den Großen mitgeigen, aber leider fehlte der Wagenpass (angefordert und bezahlt war er schon, aber die letzte Abnahme fehlte noch) und somit machte man das Beste aus der Situation, ließ sich von den beiden technischen Kommissaren Albert Vierthaler und Gerhard Dobay den Wagen abnehmen und startete schließlich in der Clubsportklasse um wenigstens einige Rennkilometer zusammen zu bekommen.

Kommen wir nun gleich zu den absolut spannenden Rennen, denn was sich hier auf dem Ring an Dramatik und Spannung in den einzelnen Heats tat, suchte seinesgleichen und auch die Stimme des Alpenpokals Peter Bauregger kriegte sich fallweise gar nicht mehr ein.

Gestartet wurde die wilde Hatz auf die besten Zeiten mit dem Zeittraining für die GT-Challenge, die diesmal auch mit einer Neuerung aufwarten konnte, wurde doch das enorm große Starterfeld bei den Sprintprüfungen auf zwei Gruppen aufgeteilt, was von allen Beteiligten sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen wurde. Aber das Qualifying wurde noch gemeinsam über die Bühne gebracht.

Gewertet wurde von den in voller Besetzung angereisten Zeitprofis Monika, Christof Bernd und Neuzugang „Agi“ aber bereits in zwei Gruppen und somit wussten sofort nach Ende des Trainings alle Beteiligten, und auch die mittlerweile sehr zahlreich erschienenen Zuschauer, wer wann wo zu stehen hatte.

Kämpfe nur wider die Uhr

Mit zwei darauf folgenden Gleichmäßigkeitsbewerben lief der Zeitplan wie am Schnürchen ab. Zuerst bei den Clubsportlern, die sich gleich im 32er-Pulk auf die Suche nach den beiden gleichmäßigsten Rundenzeiten machten. Danach versuchten es die Supersport-Teilnehmer, und auch dieser Bewerb ging reibungslos in die Annalen des zweiten Laufs zum Alpenpokal 2005 ein.

Überhaupt sei an dieser Stelle bemerkt, dass es an diesem langen Renntag absolut diszipliniert und fair zur Sache ging, lediglich eine kleinere (und völlig unbeabsichtigte) Berührung gab es, aber auch diese ging glimpflich aus und die beiden Beteiligten waren sich rasch einig.

Kein einziger Abflug brachte den Zeitplan durcheinander und so stand vor der Mittagspause sogar noch Zeit zum freien Fahren zur Verfügung.

Doch bevor es soweit war, legten sich die Klassen 5R, 6R, XXL, 4S und 5S noch bei ihrem ersten Sprint über die obligatorischen 10 Runden so richtig ins Zeug und gaben mächtig Gas.

Als erster Sieger ging dann Sigi Käser vom PC Classico mit seinem gelben PS-Monster über die Ziellinie, er schaffte einen Schnitt von sage und schreibe 170,74 km/h und war mit dieser Leistung äußerst zufrieden. Hinter ihm lagen sich rundenlang Heinz Weissenbacher (PC Berchtesgaden) und Viktor Grünhut (PH-Racing) in den Haaren, schließlich hatte Weissenbacher die Nase seines GT3 vorne, Ossi Jenewein konnte sich von Fritz Böhler absetzen, der sich den Kampf zwischen Stefan Ertl und Werner Widl sozusagen aus der ersten Reihe fußfrei ansehen konnte, bei dem Widl den kürzeren zog und ins Kiesbett der Schikane rutschte.

Mahlzeit!

Das war im Anschluss an diese Sprintprüfung wohl der meistgewünschte Gruß, denn jetzt ging es in die verdiente Mittagspause. Immerhin ganze 90 Minuten herrschte völlige Motorenruhe am Salzburg-Ring, nur das Zwitschern der Vögel und das Schmatzen der Hungrigen hörte man und so manche Natur-Bräunungseinheit in Verbindung mit viel Benzin-Gequatsche ging sich bei herrlichem Sonnenschein auch noch locker aus.

Nach dieser Rast waren die ganz Schnellen des Alpenpokals an der Reihe. Die erste Sprintprüfung der Klasse 6S war das Eröffnungsrennen des Nachmittags und auch hier zeigten die Aspiranten, was in ihnen und ihren fliegenden Kisten steckt.

Packende Duelle quer durch das ganze Feld ließen die 10 Runden wahrlich wie im Flug vergehen und so kam es, dass der Sieg von Florian Albrecht fast von unserem Rennleiter übersehen wurde, weil auch er so interessiert beim Zuschauen war.

Aber nur fast, denn schließlich ist er ja ein Profi und weiß zu jeder Zeit ganz genau was zu tun ist.

Hinter Albrecht ging aber so richtig die Post ab zwischen Peham, Wackerbauer, Speck, Öttl und Madaus, denn all diese Piloten waren innerhalb von nur 9 Sekunden im Ziel. Somit war ein spannender zweiter Turn schon vorgezeichnet.

Ein kurzes Zeittraining der Supersportler ging mit der Pole-Position von Herwig Roitmayer nach 20 Minuten zu Ende, neben ihm in der ersten Reihe parkte Hans Hagleitner seinen 993 RS. Insgesamt werden wir 16 Teilnehmer beim Sprint der Supersportler begrüßen dürfen und auch hier wird jeder an seine Grenzen gehen, das zeigte schon der unstillbare Drang nach vorne jedes Einzelnen beim Qualifying.

Bevor wir wieder zu den Sprintprüfungen kamen, war die zweite Gleichmäßigkeit bei den Clubsportlern an der Reihe.

Hier waren stolze 31 Teilnehmer dabei und was da an Überholmanövern, Überrundungen und taktischen Raffinessen sichtbar wurde, ließ das Herz jedes Zuschauers auf der prall gefüllten Tribüne höher schlagen.

Am Ende der 10 Runden standen folgende Klassensieger fest:

Klasse 7: Franz Grassl (PC Berchtesgaden),

Klasse 8: Werner Hösel (PH-Racing), der für diesen Sieg ein dickes Busserl von seiner lieben Petra erhielt, (wobei hartnäckige Gerüchte bereits im Umlauf sind, dass Petra auch schon Hösel und nicht mehr Hudek heißt – wer weiß mehr??)

Klasse 9: Rainer Breiteneicher und nicht wie fast schon gewohnt Stefan Thaller aus der Steiermark (das war gar nicht sein Tag und er leerte beide Läufe ziemlich den Bach runter…..).

Grande Finale mit drei Sprintprüfungen

Jetzt waren wieder die 14 „kleinen“ (bitte, das stammt von einem der offiziellen Herren – ich würde das nie sagen!) GT-Challenge Lenkradartisten am Start zu ihrer zweiten Sprintwertung.

Wie schon angekündigt, war auch beim zweiten Anlauf das bärenstarke, gelbe XXL-Ungetüm von Sigi Käser nicht zu biegen und so konzentrierte sich der Rest des Feldes auf seine unmittelbaren Positionen und kämpfte mit Löwenherz um jeden Meter. Fritz Böhler musste seine Segel frühzeitig streichen, technische Probleme machten seinem Drang nach vorne ein jähes Ende und er schleppte seinen silbergrauen Flitzer gerade noch in die Box, wo dann das Aus bestätigt wurde.

Tolle Zweikämpfe auch in den hinteren Reihen entlockten Peter Bauregger in seinem Sprecherkammerl (wo überraschenderweise auch Klaus Leitner auftauchte, der hier als „Kameramann“ für die Homepage des Alpenpokales fungierte) im Turm die höchsten Töne und viele der Zuschauer goutierten dieses Spektakel mit Szenenapplaus. Bemerkenswert war auch diesmal die entfesselte Fahrt von Viktor Grünhut, der sich immer wieder in Heinz Weissenbachers Heck verbiss, aber halt nicht und nicht vorbei kam.

Nach einem weiteren Block von 30 Minuten, der als Sicherheitspolster vorgesehen war und für das freie Fahren genutzt werden konnte, stellten sich die Supersportler analog zu ihrem Trainingsergebnis in der Boxenstrasse auf und wurden pünktlich um 16.00 Uhr vom Pace-Car in die Einführungsrunde gelotst.

Verena Jendrzejzyk, unsere nach wie vor einzige Amazone, startete ihren 964 RS vom hervorragenden 5. Platz aus, nachdem sie am Vormittag in bravouröser Manier die Gleichmäßigkeit gewonnen hatte.

Hans Hagleitner verfolgte Herwig Roitmayer dermaßen vehement, dass im Ziel nach 10 Runden eine Minni-Differenz von gerade einmal 6 Sekunden zwischen Sieg und zweitem Platz entschieden. Aber auch das Mittelfeld gab sich absolut keine Blöße und geigte volles Rohr um jede Position.

Pech hatte Gerhard Flenreiss aus dem PH-Racing Team, er wurde von der Rennleitung frühzeitig wegen technischem Defekt aus dem Bewerb genommen.

16.30 Uhr zeigte die Rennuhr, als sich das vom Präsidenten des PC Berchtesgaden Gerd Böhmer himself gelenkte Pace-Car das letzte Mal auf die 4.255m des Salzburg-Rings aufmachte, um die 12-köpfige Meute der Klasse 6S GT-Challenge in die obligatorische Einführungsrunde zum fliegenden Start zu führen.

Viele von ihnen hatten sich in der Zwischenzeit noch neue dicke, schwarze Gummis aus dem Hause Yokohama bei Sabine Radda geholt um nur ja jeden Vorteil ausspielen zu können.

Nachdem auch dieser Start absolut fair und ohne Zwischenfälle gelang (so wie alle anderen des heutigen Tages auch), wollten viele der Rennfans am liebsten auf die Rennstrecke, um ihren Favoriten nach vorne zu pushen, denn was der erste Sprint versprach, hielt der zweite um so besser.

Unglaubliche Rundenzeiten, gepaart mit tollen Positionskämpfen und harten Bremsduellen brachten schließlich folgendes Ergebnis:

Wieder ein fulminanter Start-Ziel Sieg von Florian Albrecht (wer kann diesen Jungen heuer noch biegen?) vor einem wieder erstarkten Jörg Peham und einem beherzt fahrenden Heiner Wackerbauer, der ganz knapp vor Hermann Speck noch Dritter wurde. Franz Öttl und Stefan Madaus waren auch immer wieder formatfüllend in den Rückspiegeln ihrer Vordermänner aufgetaucht und so war der Abstand vom Ersten bis zum 6. Platz nur unheimlich knappe 10 Sekunden.

Zufrieden resümierend war der gesamte Vorstand des PC Berchtesgaden bei der Siegerehrung sehr guter Dinge, verteilte noch reichlich Pokale und Siegerkränze unter den anwesenden Aktivisten und Peter Bauregger verabschiedete schließlich alle mit den besten Wünschen bis zum 24. und 25. Juni zum nächsten großen Treffen aller Porsche-Glüher des Alpenpokals 2005 in Ungarn am Pannonia-Ring.

See U There!!

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