Skip to main content

Nachdem bereits der erste Lauf zum AlpenPokal am Pannonia-Ring vom PC Wien ausgerichtet wurde, lud der PC Wien auch zur zweiten Veranstaltung am A1-Ring. Und, wie auch schon in Ungarn, wurden die Wiener von einer wahren Anmeldeflut überrollt: mehr als 100 Teilnehmer in den Kategorien PC-Fahrtraining, ClupSport, SuperSport und Slicks freuten sich auf einen herrlichen Tag auf dem A1-Ring.

Nachdem nur 2 Wochen später auch der Formel-1-Zirkus zu Gast auf dem A1-Ring sein sollte, liefen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren: Promi-Zelte wurden aufgebaut, Kunstrasen verlegt, und ein Großteil des Fahrerlagers war bereits gesperrt. Trotzdem standen noch genug Boxen für alle Fahrer zur Verfügung, und wie immer wurde auch hier eifrig an den Fahrzeugen getüftelt und geschraubt.

Die Veranstaltung begann eigentlich schon am Samstag mit dem ersten Teil der Fahrzeugabnahme, die wie immer sehr gewissenhaft von den OSK-Verantwortlichen durchgeführt wurde. Aufgrund der großen Teilnehmerzahl und der peniblen Kontrolle (speziell bei der SuperSport-Serie muss auf zahlreiche Details wie Feuerlöscher, 4-Punkt- bzw. Y-Gurt sowie Stromkreisunterbrecher geachtet werden) genügte die Zeit am Samstag Abend nicht, und deshalb mussten am Sonntag Früh die restlichen Fahrzeuge abgenommen werden.

Nach der obligatorischen Fahrerbesprechung begann das Programm mit dem PC Fahrtraining. Während in Ungarn lediglich eine Anmeldung vorlag, wurde das Angebot, seinen Porsche auf einer abgesperrten Rennstrecke unter fachkundiger Anleitung von Instruktoren zu bewegen, diesmal von mehr als 20 Fahrern wahrgenommen. Für die meisten Teilnehmer war dies das erste Mal, dass sie ihr Fahrzeug gefahrlos im Grenzbereich bewegen konnten. Entsprechend gross war auch die Begeisterung!

Anschließend ging's in die erste Gleichmäßigkeitsprüfung, bei der die Fahrer nach einer Referenzrunde versuchen müssen, die folgenden 10 Runden mit möglichst geringer Zeitabweichung zu absolvieren. Diese Disziplin ist sehr beliebt, da hier nicht die Motorleistung im Vordergrund steht, sondern das Fingerspitzengefühl des Piloten. Selbstverständlich sind jegliche technische Hilfsmittel verboten (umso erstaunlicher, dass manche Rundenzeiten lediglich um Zehntel-Sekunden differieren). Spätestens hier zeigt sich, dass der Motor, der wie ein Uhrwerk läuft, nichts nutzt, wenn nicht auch der Fahrer "richtig tickt"! Und das fiel allen sehr leicht, denn die äußeren Bedingungen waren nahezu perfekt: Sonnenschein mit Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad sorgten für ungetrübten Fahrspass von morgens bis abends.

Die Slick-Fahrer freuten sich ganz besonders über die trockene Strecke, nachdem sie in Ungarn wegen der widrigen Streckenverhältnisse noch "mit angezogener Handbremse" fahren mußten.

Umgeben von glücklichen Kühen und Jagdhorn-Bläsern traf man sich zur obligatorischen Mittagspause von 12.30 bis 14.00 Uhr im Restaurant an der Boxengasse. Jedesmal aufs Neue erstaunlich ist das spontane, nach dem Verstummen der Motoren einsetzende Vogelgezwitscher. Aufgrund der intensiven Sonneneinstrahlung nahm dann auch so mancher Teilnehmer einen gehörigen Sonnenbrand mit in die zweite Hälfte der Veranstaltung, die mit dem Freien Fahren für Club Sport sowie PC-Fahrtraining begann.

Bis hierhin verlief die Veranstaltung wie gewohnt sehr harmonisch und, gemäß dem AlpenPokal-Credo sportlich aber fair.

Dann allerdings stellte sich bei Kontrollen heraus, daß für fünf Fahrzeuge bei der Anmeldung falsche Angaben gemacht worden waren. Für den außenstehenden Leser sei hier kurz erklärt, daß allen AlpenPokal-Teilnehmern über das KLG (Korrigiertes Leistungs-Gewicht) die Chancengleichheit innerhalb ihrer Klasse geboten wird: für jede Veranstaltung erhält der Fahrer ein Meldeformular, in das er die technischen Daten seines Fahrzeuges (Leistung, Gewicht, Umbaumaßnahmen etc.) eintragen muß. Aufgrund dieser Angaben erfolgt die Klasseneinteilung. So weit, so gut!

Natürlich kann dieses System nur funktionieren, wenn die gemachten Angaben auch der Wahrheit entsprechen. Und eigentlich sollte man meinen, daß die Bedeutung des Begriffs „Wahrheit" auch allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern bekannt ist. Denkste! Entgegen den Angaben auf der Wagenkarte waren nämlich zwei der Fahrzeuge z.B. mit geöffnetem Steuergerät unterwegs. Laut Reglement bedeutet ein geöffnetes Steuergerät immer „verändert", wodurch sich eine Einteilung in die nächst höhere Klasse ergibt. Logisch, daß der „Falsch-Fahrer" durch diese Mehr-Leistung gegenüber der Konkurrenz im Vorteil ist. Auch die Versuche der Betroffenen, diesen Betrug als Kavaliersdelikt hinzustellen, ist lächerlich. Denn immerhin geht es hier unter anderem um die Österreichische Porsche-Meisterschaft! Und für ein derartiges Fehl-Verhalten sind eindeutige Richtlinien vorhanden: Wertungsausschluß, Geldstrafe, Sportgericht. Ab der nächsten Veranstaltung sollen jegliche Versuche, die Regeln zu umgehen, auch gnadenlos und mit aller Härte bestraft werden. In den vorliegenden Fällen kamen die „Missetäter" noch mit einem blauen Auge (Umstufung in die nächst-höhere Klasse) davon.

Trotz dieser unschönen Situation ging der Nachmittag mit spannendem Motorsport zu Ende und war letztendlich für Veranstalter und Teilnehmer ein voller Erfolg. Die wenigen schwarzen Schafe sollten sich bis zur nächsten Veranstaltung überlegen, ob sie nicht lieber durch ihr fahrerisches Können als durch Unfairneß überzeugen wollen!

In diesem Sinne, auf zum Salzburgring!

Gute Fahrt,

Euer Zuffi!

Um die hierzugehörenden Ergebnisse anschauen zu können, bitte hier klicken.