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4. Lauf zum Alpen Pokal am Lausitz Ring

Lausitz – die Sonne Brandenburgs??

Viel war von ihr (der Sonne) leider nicht zu sehen am EuroSpeedway in der Lausitz, wo sich nach dem Aufruf vom PC Vierseenland und dem PC Vorarlberg wieder viele Freunde und Aktive des Porsche Alpen Pokals 2005 einfanden. Zu stark war das Tief „Bernhard“ (man beachte die Namensgleicheit mit dem Präsidenten des PC Vierseenland!) in die niedere Lausitz eingezogen.

Bereits beim freien Fahren am Freitag mussten Unmengen von Wasser von den schwarzen Walzen auf den Arbeitsgeräten Marke Porsche verdrängt werden, aber die Pneus von Yokohama taten dies ohne Probleme und so ging dieses freie Fahren glücklicherweise ohne gröbere Schrammen vorbei.

Nur Walter Welte wollte unbedingt wissen, wie sich ein kleiner Crash mit den Leitschienen anfühlt, und so kam sein schwarzes Untier vorne Links leicht verbeult an die Box zurück.

Tape sei Dank merkte man am Renntag fast gar nichts mehr davon und auch Walter war wieder bester Laune.

Ebensolcher war auch unser Rennleiter Joe Elsensohn wieder, als er am Samstagmorgen in der Box 15 wieder alle Aktiven zum Fahrerbriefing verdonnerte und auch wieder eine, wenn auch verkürzte, Flaggenparade abhielt. Hauptaugenmerk wurde diesmal wirklich auf die extremen Wetter- und Straßenbedingungen gelegt und es wurde allgemein bestimmt, dass der Rennsamstag als so genanntes „WET- RACE“ abgehalten wird, dass heißt, es muss mit Licht gefahren werden und jeder ist für seine Bereifung selbst verantwortlich.

Es regnete nach wie vor wie aus Eimern auf die wunderbare Rennstrecke und so gingen die beiden Freifahr-Blöcke bis 10.30 Uhr damit vorbei, die besten Bremspunkte zu finden, damit man in den einzelnen Rennen dann schon wusste, wo die Grenze zwischen Vernunft und Übermut liegt – gell, Georg (was kostet eigentlich so eine vordere Schürze)?

Trotz Regen so schnell?

Das zeigten uns dann bereits die Freaks der GT-Sport Challenge Klassen, die es beim Zeittraining richtig fliegen ließen, und man sich als Zusehender doch ab und zu fragte: „Ja, ist denn die Strecke schon trocken?“. Wenn man dann aber sein Gesicht in den Himmel hielt, wurde man sofort eines besseren belehrt, denn die Regentropfen klatschten unvermindert von oben herab und man hatte innerhalb kürzester Zeit eine Gratis-Gesichtswäsche.

Lange führte Stefan Madaus die Bestenliste an, Jörg Peham platzierte sich auf dem folgenden Rang und ein sehr starker Heiner Wackerbauer behauptete sich vor Georg Zoltan und Franz Öttl. So hielt es sich auch bis – ja, bis halt dieser Überflieger des heurigen Jahres namens Florian Albrecht in die Gänge kam und eine Zeit von 2:08:108 in den nassen Asphalt des EuroSpeedways brannte und damit die 7. (!) Pole Position des Jahres heimfuhr.

Auf in die Rennen!

Die Gleichmäßigkeit der Supersportler war nun auf dem Zeitplan von Admin-Chef Uli Buchenberger und Präsident Bernhard Fischer als nächstes angeführt und so geschah es auch. 10 Runden auf dem 4.534 Meter langen Kurs sollten also so gleichmäßig wie möglich heruntergespult werden, was durch die widrigen Bedingungen natürlich noch erschwert wurde, aber auch diese Hürde wurde von den 14 Startern durchwegs toll gemeistert. Durchwegs deswegen, weil einige Herren aus verschiedensten Gründen doch besser erst gar nicht starten hätten sollen (einer brach das Rennen sehr schnell aus „gesundheitlichen“ Gründen ab, einer verwechselte die Gleichmäßigkeit mit der Sprint Prüfung und einer hatte einen technischen Defekt), es hat halt nicht gepasst – Schwamm drüber.

Dafür gab es verdiente Klassensiege für Bernhard Weidinger (Klasse 2+3), Thomas Meidinger (Klasse 4) und Günther Hastaedt (Klasse 5+6), fast alles neue Namen in den Siegerlisten dieses Jahres – Bravo!

So, nun war Peter Bauregger, der eigens die Mikro-Anlage des EuroSpeedways umbauen ließ, um nur möglichst nahe der Zeitnehmung sein zu können, kaum noch zu halten, denn es ging zur ersten Sprintprüfung der GT-Sport Challenge Klassen 4R, 5S und XL.

Aus der Startaufstellung wussten wir, das Thomas Assmann, der aus der Klasse 6S gewechselt hat, auf dem vordersten Platz war, neben ihm ein „alter“ Fuchs (im Sinne von Erfahrung natürlich!), nämlich Reinhard Moser.

In dieser Formation fuhr man auch brav hinter Pace-Car Pilot Uli Buchenberger in die Einführungsrunde und als sich dieser wieder in die Boxengasse verabschiedete, konzentrierten sich 11 Augenpaare auf die roten Startlichter, die von Joe Elsensohn bedient und auch rechtzeitig ausgeschaltet wurden, so dass man vollen Schub auf die Hinterachse geben konnte.

Siehe da, wieder war Fritz Böhler aus der zweiten Reihe ganz links innen nach vorne gegangen und gewann das Bremsduell in der ersten Kurve. Im Infield der Strecke passierte dann irgendetwas mit Thomas Assmann, denn er kam nicht wieder, vorne matchten sich Böhler, Moser und Wolski, Vickerl Grünhut hielt sich vornehm zurück und hielt sich auch Weissenbacher und Dräbing vom Hals.

Dann begannen die Ausfälle: Nach Tommi Assmann sahen auch Heinz Weissenbacher und Michael Wolski keine Zielflagge, Robert Pabel kam durch eine defekte Kupplung erst gar nicht zum Start.

Verdiente Sieger in den einzelnen Klassen wurden schließlich Christian Voigtländer (Klasse 4R), Reinhard Moser (Klasse 5S) und Robert Janz (Klasse XL).

Die Clubsportler vor!

Das war das nächste Highlight vor der Mittagspause, die 1. Gleichmäßigkeit der 12 teilnehmenden und vielleicht zukünftigen Renn-Freaks in den Clubsport-Klassen. Ein Rennen, das von ausgezeichneter Qualität war, denn es gab trotz der etwas geringen Teilnehmerzahl viele Überrundungen und Überholmanöver. Aus den bewährten Händen unserer Top-Zeitnehmer Monika Kahla und Christoph Preu, die diesmal sogar mit Verstärkung antraten (Rene Halbauer war sozusagen zur Lehre mit in die Lausitz gekommen – herzlich Willkommen!), konnte die Stimme des Alpen Pokals, Peter Bauregger (der von Monika und Christoph liebevoll „Plapperkäfer“ genannt wird) schließlich folgendes Ergebnis bekannt geben:

Klasse 7: Reinhard Brandstätter vor Matthias Voigtländer und Hubert Kessler

Klasse 8+9: Sieger Volker Kurz vor Richard Kieber und Maximilian Leitl.

Wären die beiden Klassen nicht zusammengelegt worden, so hätte unsere geschätzte Verena Jendrzejzyk ihre Klasse locker gewonnen, aber es war leider nur ein weiterer Starter für die Klasse 8 anwesend und so gab es die Zusammenlegung, und da schaute „nur“ ein 7. Platz für Verena heraus.

„Einmal Bockwurst und Pommes Rot/Weiss, bitte“

Mit 35 Minuten relativ kurz gehalten, reichte die Mittagspause dank der flexiblen Mannschaft der Ring-Wirtschaft doch aus, um den mittäglichen Snack einigermaßen genussvoll hinter den Kragen zu bekommen. Auch die Wettersituation hielt sich gut, nachdem bereits die Clubsportler auf nahezu trockener Fahrbahn unterwegs waren, schaute es für die erste Sprintprüfung der Königsklasse auch sehr gut aus.

Sämtliche Teams hatten ihren Boliden wieder Slicks verpasst, aber trotzdem (oder genau deswegen) schaute alle 20 Sekunden ein Techniker aus der Box in den Himmel – ein echter Poker: halten die dicken Wolken dicht, oder werden die Schleusen wieder geöffnet?

Vielleicht auch ein Grund für die wirklich sehr späte Ankunft der Teams beim Vorstart, da lief der Funk heiß zwischen Peter am Boxenstraßenende, Rennleiter Joe Elsensohn und dem Plapperkäfer, der ständig und eindringlich um das Erscheinen der Aspiranten über die Lautsprecher bat.

Mit einer letzten Warnung von Joe („Wer jetzt nicht kommt, bleibt in der Box!“) gelang es aber doch, alle 14 Starter zur Aufstellung zu bewegen. Jetzt war auch Sabine Radda, unsere Yokohama Front-Frau, nicht mehr in ihrem nasskalten Montage-Zelt zu halten, denn ihre erklärten Lieblinge rollten bereits in der Einführungsrunde auf die Startampel zu. Der Start klappte vorzüglich, vor allem für Jörg Peham, er nutzte eine Lücke links innen eiskalt aus und stach als Führender in die erste Kurve, Stefan Maddaus musste sich dann einem nach vorne drängenden Heiner Wackerbauer geschlagen geben, aber auch Georg Zoltan, Franz Öttl, Hermann Speck und Dirk Pontone (ein Neuzugang aus dem Lager der deutschen Porsche Serie, zu dem ich dem geneigten Leser später noch etwas erzählen muss) wollten sich mit ihren Positionen nicht zufrieden geben, und so gab es wieder einmal Porsche-Sport vom feinsten.

Sieger? Richtig: Florian Albrecht!

Tja, fast schon eintönig, aber umso interessanter für den laufenden Porsche Alpen Pokal, dieser Florian Albrecht. Wieder zeigte er nach seinem (diesmal missglückten) Start allen Konkurrenten, wo der Hammer hängt und sicherte sich in eindrucksvoller Manier Sieg Nummer 7 in dieser Saison. Zweiter (auch schon öfter dieses Jahr) wurde Vorjahresmeister Jörg Peham, Dritter Georg Zoltan, der erst nach einem Dreher in der letzten Runde das sensationelle Duell um Platz Zwei verlor, und Vierter Franz Öttl (liebevoll betreut von seiner charmanten Gattin), danach folgte ein toller fünfter Platz von PC Vierseenland-Präse Bernhard Fischer, der mit der Doppelbelastung Veranstalter und Rennfahrer offenbar super zurecht kam.

Und nun zum vorher angesprochenen Dirk Pontone. Ein ganz Netter, der sich bereit erklärte, seinen Boliden auch einmal beim Alpen Pokal zu starten. Das tat er auch, allerdings hatte er es offenbar verabsäumt, einen Blick ins Regelwerk der offiziellen Ausschreibung zu werfen, und so kam es nach dem Lauf zum Eklat: Bei der Nachwaage um satte 40 Kilo zu leicht! Mit viel Verständnis versuchten unsere beiden technischen Kommissare Albert Vierthaler und Gerhard Dobay dem Dirk klar zu machen, worum es ging – kurzum: auch im zweiten Lauf checkte er es nicht und auch dort wurde er aus der Wertung genommen, somit eine Null-Nummer für den sympathischen Dirk Pontone.

Nun kurz zum Qualifying der Supersportler für deren Sprintprüfung. Es gab einen Klasse 6 Renner und der war auch auf der Pole zu finden: Herwig Roitmayer. Neben ihm ein glänzend aufgelegter Walter Welte, dahinter Günter Hobelsberger und Günther Hastaedt, es folgen Dieter Jendrzejzyk und Stefan Thaller.

Doch bevor sie in dieser Reihenfolge starten durften, war noch einiges an anderen Rennen zu absolvieren, unter anderem die zweite Sprintprüfung der „kleinen“ GT-Sport Challenge und auch die zweite Gleichmäßigkeit der Clubsportler, doch der Reihe nach.

Wenig Starter – volle Action

Der zweite Sprint der GT-Sport Challenge Klassen 4R, 5S und XL war fast noch spannender als der erste. Obwohl von den 10 zugelassenen Startern auch noch Heinz Weissenbacher mit geplatzter Kopfdichtung (beim Porsche – nicht bei ihm!) frühzeitig W.O. geben musste, boten die 9 verbliebenen Jungs in ihren fliegenden Kisten eine Show der Superlative. Moser, Voigtländer, Grünhut und Böhler besorgten es sich richtig bis Fritz Böhler sein Monster mit technischem Defekt abstellen musste, von hinten kam auch noch Thomas Assmann durch das Feld angeflogen, dass es einem die Freudentränen in die Augen trieb. Nach tollen 12 Runden durfte Peter Bauregger folgendes Klassenergebnis verlautbaren:

Klasse 4R: Christian Voigtländer vor Michael Dräbing

Klasse 5S: Reinhard Moser, Thomas Assmann, Viktor Grünhut, Michael Wolski

Klasse XL: Alois Meir, dem es auf trockenem Areal wesentlich besser gefällt als im Nassen, vor Robert Janz

Kommen wir wieder zu den Clubsport-Klassen und deren zweiter Gleichmäßigkeit. Nicht nur im ersten und verregneten Heat boten die 11 angereisten Herren mit ihren Zuffenhausener Untersätzen eine tolle Leistung, nein, auch der zweite Lauf hatte es in sich. Geprägt von viel Taktik und Fingerspitzengefühl geigten sie ihre 10 Runden über den FIA-Automobilkurs des EuroSpeedways und kamen zu folgenden Siegern im Klassenergebnis: Hubert Kessler in der Klasse 7 und Volker Kurz in der Klasse 8+9, hinter ihm bereits auf Rang zwei unsere Verena J. im orangenen Familien-964er

Achtung! SuperSport in Action!

Aus der bereits erwähnten Startaufstellung machte Herwig Roitmayer keinen Hehl daraus, wem das stärkste Auto gehört, ein klassischer

Start-Ziel Sieg war die Folge.

Dahinter, da tobte der Bär. Walter Welte, Günter Hobelsberger und Günther Hastaedt klopften sich richtig ab und kämpften auf der letzten Rille um jeden Meter. In den einzelnen Klassen hießen die glücklichen Sieger nach 12 Runden:

Fritz Ungnadner (Klasse 2+3), Walter Welte (Klasse 4) und Herwig Roitmayer (Klasse 5+6)

Sabine, wo bist du?

Denn es steht noch einmal die Königsklasse am Start: Klasse 6S mit 13 Startern, einzig Christoph „Schrezi“ Schrezenmeier packte schon frühzeitig seine sieben Sachen und reiste in die heimatliche Werkstatt, wo dem Boliden ein neues Fahrwerk verpasst wird, aber ansonsten waren alle am Start, die wir schon vom ersten Heat kennen.

Auch dieser Start erfüllte alle Hoffnungen der Fans an der Strecke, denn wenn 13 PS-Monster richtig geprügelt werden, dann rührt sich was im Staate Lausitz. Albrecht passt diesmal besonders auf Peham auf und lässt ihm keine Chance, Zoltan hat auch keinen Platz und auch Öttl sucht sein Heil in vorsichtigem Optimismus in der ersten Kurve. Somit geht alles glatt und auf den folgenden 12 Runden gibt es alles, was man sich von Porsche-Glühern erwartet. Von packenden Zweikämpfen um jede Position über ein Wahnsinns-Duell um Platz zwei zwischen Jörg Peham und Georg Zoltan mit mehren Wechseln und Überholmanövern, die jedem Fan an der Boxenmauer die Gänsehaut aufstiegen ließ.

Gott sei Dank sind die beiden Voll-Profis und wissen, wann es genug ist. In der vorletzten Runde kommt Jörg Peham als Zweiter bei Start und Ziel vorbei, dicht gefolgt von Georg Zoltan, dann ein zu optimistischer Bremspunkt von Peham, sein Porsche schiebt grauslich über die Vorderräder, Zoltan schlüpft eiskalt innen durch und ist Zweiter in der letzte Runde, Peham nimmt das Messer zwischen die Zähne, gibt noch einmal 120 Prozent und erkämpft sich hart aber fair in der vorletzten Kurve wieder Platz zwei zurück – Unglaublich! Unglaublich leider auch ein Zwischenfall in derselben Kurve zwischen Wackerbauer und Speck, welcher kurz auf den Rasen kommt, seinen schleudernden GT3 gerade noch auf die Strecke bringt, dabei aber Heiner Wackerbauer abschießt, sehr zum Leidwesen seines Teamchefs Dominic Neumayr, der in der Sprecherkabine zum Zeitzeugen wird. Heiße Diskussionen waren somit vorprogrammiert.

Zielankunft also Albrecht (mit Sieg Nummer 8 in Folge) vor Peham und Zoltan, Vierter wird ein überglücklicher Stefan Madaus.

Nachdem bei der Siegerehrung von Bernhard Fischer und Jörg Peham noch viel Dank an die großartige Disziplin aller Teilnehmer angebracht wurde, ging es ans Verteilen der vielen, schönen Ehrenpreise ans Fahrerfeld und man ging friedlich und versehen mit den besten Urlaubs-Wünschen von Peter Bauregger in die Sommerpause des Alpen Pokals 2005.

Am 27. und 28. August in Varano geht es weiter!

See U There! Euer P.I.T.

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