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1. Lauf zum AlpenPokal am 17. April 2004 in Rijeka

Gentlemen, start your engines! Endlich heulen, fauchen und brabbeln die Motoren wieder - denn der AlpenPokal ist "back on tour"! Nach schier endlosen Wochen der Abstinenz (was den Motorsport angeht...) fand das erste Kräftemessen 2004 in Kroatien statt. Die beiden PC's Steiermark und Tirol hatten sich für die Rennstrecke Grobnik in der Nähe von Rijeka als Austragungsort entschieden.

Für alle Teilnehmer, bei denen Kroatien noch ein weißer Fleck auf der geistigen Landkarte ist, gab's am Freitag zum näheren Kennenlernen von Land und Leuten eine "touristische Veranstaltung". Und die Gegend ist wirklich eine Reise wert - auch wenn die Sonne dieses Mal nur in Strömen schien... Alternativ dazu stand bereits der Kurs für ein kollektives Freies Fahren zur Verfügung.

Der Samstag begann mit Regen, was das Aufstehen nicht unbedingt erleichtert. Aber spätestens wenn Rennleiter Joe in seiner einmaligen Art auch heuer wieder das Problem mit der Fahrtrichtung auf der Strecke erläutert ("Die Rennstrecke ist eine Einbahnstraße..."), gilt für alle Fahrer Anwesenheitspflicht. Flaggenkunde, Verhalten in Gefahrensituationen - kein Fahrer geht unvorbereitet auf den Kurs! Außerdem wurde darauf hingewiesen, daß nur Fahrzeuge mit YOKOHAMA-Bereifung zugelassen sind (was auch genauestens an der Boxenausfahrt kontrolliert wurde!)!

Bevor die ersten Fahrer zum Freien Fahren starteten, ermahnte Jörg Peham nochmals alle Teilnehmer zu einer besonnenen Fahrweise.

Dann ging's aber endlich los. Trotz der nassen Strecke gaben die meisten Porschetreiber schnell reichlich Schub auf die Hinterachse, und als die Teilnehmer der GT Challenge zum Zeittraining auf die knapp 4200 Meter Asphalt ausfuhren, war die Ideallinie weitgehend abgetrocknet.

Nach nur 2 Runden hatte Christoph Schrezenmeier die Bestzeit auf den griffigen Belag gezaubert - mit seinem aufgebrezelten Zurück-zu-den-Anfängen-911er "speciale". Michael Barbach (Super CUP) hatte aus seiner Sammlung gleich 2 Renner am Start, bei SuperSport und GT Challenge. In der Startaufstellung holte er sich den Platz neben "Schreze" und verwies die Herren Peham (GT3 CUP) und Stöhr (GT 3) in die 2. Startreihe. Na, das versprach ja eine spannende Angelegenheit zu werden...

Vorher aber war das Zeitgefühl der SuperSportler gefragt - in der Gleichmässigkeitsprüfung. 10 Runden, die 2. als Referenzrunde, und dann bitte recht gleichmässig! Frank Taratufolo vom PSC Nürnberg (964 RS) erledigt diese Disziplin mit einer Differenz von gerade mal 0,045 Sekunden (!). Unschlagbar, sollte man meinen. Aber irgendwann passiert's dann halt doch, das Unglaubliche: "0,000" steht auf der Anzeige, nachdem Klaus Eberhard durch's Ziel ist - DAS ist wirklich nicht mehr zu toppen!

Die Mittagspause bot Gelegenheit zum Verzehr der einheimischen "Schmanker'l" wie z.B. Cevapcici nach Art des Hauses. Das Wetter tendierte inzwischen zwar mehr zu "bewölkt und trocken", aber die Sonne ließ sich nicht so richtig blicken.

Um 13:15 wurde es für die ClubSportler Ernst, jetzt mussten sie auf den Kurs. 21 Starter in 3 Klassen wollten den Gleichmäßigsten ermitteln. In der Klasse 7 erlebte Heribert Steindl (PC Steiermark) mit seinem 944 Turbo eine wahre Leistungsexplosion, denn nach einer Referenzzeit von 2:10,017 steigerte er sich in den nächsten Runden auf einen Schnitt von 2:04,276! Auch Richard Kieber (996 Turbo) vom PC Vorarlberg setzte den ersten Lauf in der Klasse 9 mit einer Differenz von 6,840 Sekunden relativ in den Sand. (Und trotzdem - wer kann schon einen Zeitpunkt auf 7 Sekunden genau schätzen?! Probiert's doch einfach mal selbst aus!)

Traditionelle Höhepunkte der Veranstaltungen sind die Sprintprüfungen in den einzelnen Klassen.

Um 13:15 machten die Fahrer der GT Challenge den Anfang. Und die Zuschauer bekamen einiges zu sehen! Schon in der ersten Kurve nach der Start-/Zielgeraden "parkte" der pole-Mann seinen Flitzer an der Leitplanke. Damit war der Weg frei für die Nummer 2 der Startaufstellung, Michael Barbach. Verzweifelt versuchte Jörg Peham in Schlagdistanz zu kommen, aber Barbach ließ Nichts mehr anbrennen und siegte mit knapp 7 Sekunden Vorsprung. Weiter hinten ging's dafür ordentlich zur Sache, wie z.B. bei den Motorsportfreunden Klaus Stanek (996 CUP, Wien) und Hermann Speck (GT3 CUP, Nürnberg): im Ziel waren die beiden gerade mal 0,5 Sekunden (!) auseinander. Während die Fahrzeuge nach der Zieldurchfahrt in den parc fermé geleitet wurden, stand das Zeittraining für die Sprintprüfung der SuperSportler auf dem Programm. Ganz interessant am Rand ist die enorme Standfestigkeit der YOKOHAMA-Gummis: Selbst im Zeitraining, wo wirklich flott gefahren wird, erzielten z.B. Frank Taratufolo (Startplatz 4) ihre Bestzeit in Runde 11, sowie Werner Hösel (11) und Alois Meir (8) erst in der 12. Runde!

Ihr Schätzchen mal so richtig flott um den Kurs scheuchen durften die ClubSportler in den folgenden 30 Minuten. Altmeister Günter Brenner steuerte sein 996 Cabrio (ganz serienmäßig!) wirklich flott über den Asphalt und genoß sichtlich das komfortable Fahrwerk und das Armaturenbrett in Walnußholz... Zu diesem Zeitpunkt lag Fritz Ungnadner vom PC Deutschland (noch) sehr chancenreich auf Platz 1 der Wertung in der Gruppe 9. Mit 21 Fahrzeugen war die Rennstrecke zwar gut besetzt, aber nicht nur neben sondern auch auf der Strecke wird Rücksicht groß geschrieben! (AlpenPokal eben...)

Viertel nach 3, die 2. Sprintprüfung der GT Challenge steht an. Wird Michael Barbach auch den 2. Lauf dominieren, nachdem ihm sein Gegener Christop Schrezenmeier mit seinem notdürftig geflickten 911er nicht mehr Paroli bieten kann? Oder wird der gute Starter Jörg Peham seine Chance nutzen, aus der ersten Reihe zu starten? Es war wirklich ein atemberaubendes Rennen, im ganzen Feld wurde gekämpft bis zur letzten Rille. Nach dem - aus Sicherheitsgründen "fliegenden"- Start beginnt noch vor der ersten Kurve ein umfangreiches Durchmischen der Positionen, so daß der geschätzte Zuschauer kurzfristig völlig planlos in den Gischtnebel schaut und seinen Favoriten sucht.

Kühlen Kopf bewahren fiel bei den etwas unterkühlten Temperaturen nicht so schwer - aber den Überblick verlor man doch recht leicht. Und jetzt ein dickes Lob an den Mann, der seit der 1. Minute der Saison 2004 für umfassende und kompetente Information an der Strecke sorgt: Peter Bauregger. Wer den sympatischen Mikrofon-Profi noch nicht bei der Jahresabschlußfeier in München kennengelernt hat, der konnte sich am Samstag ein Bild von ihm machen. Technisches know-how gepaart mit der Fähigkeit, den ganzen Tag über eine spannende Moderation hinzulegen - ein riesengroßer Gewinn für den AlpenPokal und seine Zuschauer!

Also, dank Peter Bauregger wussten wir, daß Jörg Peham den Start gewonnen hatte - noch bevor sich die Sicht gebessert hatte. Nachdem er anfänglich seinen Vorsprung auf mehrere Sekunden ausbaute, hatte der Vorarlberger in den letzten Runden größte Mühe, seinen Verfolger Barbach hinter sich zu halten. Im Ziel waren es nur noch 0,046 Sekunden, die die beiden Heizer trennten!

Die Ideallinie war schön trocken gefahren, deshalb freuten sich die SuperSportler auf eine ebenso heiße Sprintprüfung. Auf die "pole" hat sich Klaus Eberhard (964 CUP) katapultiert, und mit einem klassischen Start-Ziel-Sieg krönt er seinen überaus erfolgreichen Renntag.

Eine besondere Leistung zeigte auch der Präsident des Porsche Club Tirol Kobler Werner. Er organisierte die gesamte Veranstaltung mit Bravour und fuhr so "nebenbei" auch noch den Bewerb.

Mangels Trainingsmöglichkeit (aus Zeitmangel) am Vortag reichte es im Zeittraining nur für Rang 10 im Starterfeld von 20 Fahrzeugen.

Er jagte seinen 1540 kg schweren Turbo im Grenzbereich über die Rennstrecke, zog zur Begeisterung der Zuschauer an Routiniers wie Taratufolo oder Moser vorbei und beendete das Sprintrennen in seiner Klasse hinter Eberhard auf Platz 2.

In der Klasse 1 hat sich Michael Barbach in seinem Zweitwagen (911) mal eben den Sieg geholt, vor Manfred Bohacek (964 CUP), Matthias Wetzel (911) und Alfred Artbauer (911 SC).

Die 2. Gleichmäßigkeitsprüfung beendete das offizielle Programm des Tages am Kurs. Und auch hier wurde es nochmal richtig spannend. Kein Wunder, lagen doch die Zeiten der Referenzrunden bis zu 17 Sekunden (!) auseinander. Ein ständiges Überholen und Ausbremsen - und dabei immer die Zeit berücksichtigen, das ist Motorsport zum Begeistern! Am Ende profitierte Vitus Eckert in der Klasse 9 vom Ausfall von Fritz Ungnadner und gewann die Tageswertung vor Udo Schifer und Rudi Czasch. Die Klasse 7 war fest in der Hand des PC Steiermark, hier gewann Klaus Strohmeier mit seinem Boxster vor Heribert Steindl (944 Turbo) und dem "Präsi" Heli Heuberger (911SCR). Und in der Klasse 8 holte sich Richard Purtscher (964 CUP) den Sieg 993 Turbo-Treiber Josef Wailzer und Stefan Thaller (964 RS).

Dank der perfekten Organisation blieb am Ende des Tages noch Zeit für ein letztes Freies Fahren, das allerdings kaum noch Fahrer begeistern konnte - galt es doch noch ein leckeres 6-Gang Menue im Rahmen der abendlichen Siegerehrung zu überstehen! Diese Abendveranstaltung war der perfekte Abschluß einer perfekten Veranstaltung der beiden PC's Steiermark und Tirol.

Einfallsreiche Preise für die Sieger und eine abwechslungsreiche Moderation von Peter Bauregger rundeten den gelungenen Saisonauftakt ab.

Euer "Zuffi"

Impressionen von der touristischen Ausfahrt am 17.4.2004 auf die Insel Krk:

Ein Konvoi von 13 Porsche Fahrzeugen setzte sich mit dem netten und redegewandten kroatischen Fremdenführer in Richtung Insel KRK in Bewegung.

Die letzten 4 Fahrzeuge wurden durch einen langsamen LKW ausgebremst, sodaß die Kolonne abriß, aber wir hatten uns bald wieder gefunden. Das nächste Hindernis war eine unfallbedingte Sperre der Küstenstraße und die eher schmale Ausweichroute war auch noch durch einen LKW mit Reifenpanne blockiert, was zu einem mächtigen Stau geführt hatte.

Es herrschte prachtvolles Allerheiligenwetter, das heißt Kälte, Regenschauer und Nebel- und so fuhren wir über eine beeindruckende Brücke auf die Insel Krk.

Unser Ziel war eine Franziskanerabtei aus dem 12 Jhdt, malerisch auf einer kleinen Insel gelegen, erreichbar mittels eines Fährschiffes. Unser Führer erklärte die Geschichte der Abtei und einiges über die historischen Hintergründe des kroatischen Staates.Ein Gang durch das Museum rundete die Sache ab, die Abteikirche war leider nicht zu besichtigen wegen Renovierung.

Weiter ging es zu einem historische Städtchen, wo wir uns angesichts der trüben Fernsicht dem Naheliegenden zuwandten, nämlich dem Mittagessen.

Das Fischmenü war ausgezeichnet, der Wein auch und die Stimmung stieg, sodaß es noch richtig lustig wurde. Der geplante Spaziergang in der Stadt Krk und die Weinkost fielen dem Regen zum Opfer, dafür entschädigte uns bei der Heimfahrt die Küstenstraße durch Ihren abenteuerlichen Verlauf- und mit dem Gefühl, das Beste aus dem verregneten Tag gemacht zu haben kehrten wir ins Hotel zurück.

Gereon Pusch

Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war der Galaabend

Einen würdigen Abschluss fand die Veranstaltung am Samstagabend beim sechsgängigen Galadiner im Hotel Ambasador in Opatja. Zwischen der warmen Vorspeise und der Hauptspeise wurde die Siegerehrung von den Porsche Club Präsidenten Helmut Heuberger und Werner Kobler vorgenommen.

Besonderen Anklang fanden dabei die Siegertrophäen, welche nach den Vorstellungen von Helmut Heuberger in mühevoller Handarbeit von Clubmitgliedern gefertigt wurden.

Besonderer Dank gilt den vielen "Helferlein" welche die reibungslose Durchführung der Veranstaltung ermöglichten.

Kobler Werner

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